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am 10. Jänner

Das Pensionsantritsalter

Birgit Meinhard-Schiebel - Der alte Hut im Jahr 2019

Die windmühlenartige Forderung der ÖVP, das Pensionsantrittsalter zu erhöhen, kann nicht unwidersprochen bleiben. Zumindest 2019 nicht. Die Generation derjenigen, die sehr früh vor dem tatsächlichen Pensionsantrittsalter in Pension gehen konnten und das mit der Berechnung der besten 15 Beitragsjahre, liegt lange zurück. Die Glücklichen sind längst im hohen Lebensalter und selbst dort trifft das nur einen schmalen Anteil der damals Erwerbstätigen - und am wenigsten die Frauen dieser Zeit. 

Die nachfolgende Generation hatte nicht mehr das Glück, die „Fetten Jahre“ zu genießen. Arbeitslosenzeiten, Jobverlust, Ausstieg aus dem Erwerbsleben wegen Pflege und Betreuung sind immer häufiger geworden. Diejenigen, die durch Firmenpensionen und private Vorsorgepensionen bereits Verluste aushalten mußten, wissen von diesem Versuch, ihren Pension selbst aufzufetten, ein Lied davon zu singen.

Die noch jüngere Erwerbsgeneration wird wohl oder übel länger arbeiten müssen, egal ob es ein höheres Pensionsantrittsalter gibt oder nicht. Sie beginne sehr oft durch Ausbildungszeiten, Studium etc. erst später tatsächlich zu arbeiten, haben häufig prekäre Beschäftigungsverhältnisse und wenn sie noch dazu nur einen Pflichtschulabschluß haben, gehören sie zumeist immer zu den „working poor“. Was also soll die Forderung nach der Anhebung des Pensionsantrittsalters, die fern der Realität, nicht mehr ist als ein alter Hut? 

Ein Pensionsystem ist kein Geschenk sondern beruht auf den Beiträgen der Erwerbstätigen. Je  schlechter deren Einkommenssituation ist, desto geringer sind ihre Beiträge zum Pensionssystem und die Gefahr der Altersarmut steigt. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei.